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WYMAM – When You Move Around Me | Numero Cromatico

Installationsansicht: WYMAM – When You Move Around Me, Numero Cromatico, Rom, 2025
Installationsansicht: WYMAM – When You Move Around Me, Numero Cromatico, Rom, 2025

WYMAM – WHEN YOU MOVE AROUND ME
NUMERO CROMATICO
18 JUNI – 30 SEPTEMBER 2025
NUMERO CROMATICO STUDIO, PIAZZALE DEL VERANO 93, 00185 ROMA


WYMAM – When You Move Around Me ist nicht nur ein Ausstellungsprojekt, sondern vielmehr ein Kompendium unserer jüngsten Forschungen: zwei große Installationen, zwei Räume, die uns herausfordern und zur Reflexion über die Rolle von Kunst und Betrachter*in anregen. Dabei werden drei zentrale Konzepte sichtbar, mit denen wir uns intensiv auseinandergesetzt haben: anikonisch, nicht-anthropozentrisch und initiatorisch.
ANIKONISCH. Wörtlich „ohne Bilder“ oder genauer gesagt ohne explizite figurative Darstellung. Es gibt keine Körper, Gesichter oder erkennbare Gegenstände. Die Werke verzichten bewusst auf jede direkte Bezugnahme auf die sichtbare Alltagswelt. Statt figurativer Bildlichkeit begegnen uns primärfarbige Flächen, modulare Strukturen, geometrische Formen und immersive Räume. Dieses Fehlen von Bildern ist kein Mangel, sondern eine bewusste Wahl: Das „Subjekt“ wird entfernt, um reine Wahrnehmung freizulegen – ähnlich wie bei bestimmten spirituellen oder ästhetischen Erfahrungen, bei denen nicht das Gesehene, sondern das Gefühlte im Vordergrund steht.
NICHT-ANTHROPOZENTRISCH. In der Arbeit von Numero Cromatico steht die Künstlerin oder der Künstler nicht im Mittelpunkt, und das Kunstwerk ist ein offenes Instrument – ein wahrnehmungs- und sinnlicher Anstoß, der die Betrachtenden einlädt, sich selbst zu hinterfragen. In diesem Sinne orientiert sich das Werk eher an einem Konzept verteilter Intelligenz als an klassischer menschlicher Autorschaft.
INITIATORISCH. Die Werke von Numero Cromatico sind Räume des Übergangs, der Schwellen und der inneren Wandlung. Es geht nicht nur darum, ein Kunstwerk „anzuschauen“, sondern einen wahrnehmungsbezogenen, kognitiven und psychologischen Prozess zu durchlaufen.

Die Ausstellung ist eine Reise, die – wie bei alten Initiationsriten, in denen das Individuum aus der Alltagswelt herausgenommen und verwandelt zurückkehrte – darauf abzielt, vertraute Bezugspunkte auszusetzen. Man weiß nicht sofort, was man betrachtet; es gibt keine „Erzählung“, sodass man gezwungen ist, sich innerlich zu aktivieren: Man fühlt, verarbeitet, projiziert.
Die Idee ist eine „nicht-narrative“ Kunst, die Körper und Geist gleichermaßen in eine Erfahrung einbindet, die verändert – nicht durch das Erzählen von etwas, sondern durch das Nötigen, etwas anderes zu werden, auch wenn es nur für einen Moment ist.