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HOLGER SCHMIDHUBER | SOLOEXHIBITION

19 NOV 2021 – 26 FEB 2022

No 10

Mit der Soloausstellung „THE INVERSION OF MEMORY“ des Künstlers Holger Schmidhuber feiert AOA;87 sein einjähriges Jubiläum.

Der in Bad Schwalbach und Berlin lebende Künstler arbeitet in Zyklen, der jeder für sich von ausführlichen Vorüberlegungen und detaillierter Studien künstlerischer Verfahren geprägt sind. Die Zyklen berühren sich und stehen doch in malerischer Autonomie. Schmidhubers künstlerische Identität wurzelt in der appropriativen Selektion und des anschließenden schöpferischen Aktes, der sein Werk ureignes transformiert.
In seinem Zyklus „The Inversion of Memory“ zeigt er Leinwände, die erst mit der Ornamentik eines orientalischen Teppichs bedruckt und dann malerisch überarbeitet werden. Mal verwendet er ein Rakel, wodurch die typische malerische Dichte von Farbschichten, die aufbrechen, sich überlagern oder aufgelöst werden, entsteht. Aber auch die Verwässerung eher pastöser Acrylfarben kommt zum Einsatz. Zuletzt legte er den Pinsel ganz aus der Hand und schüttet und collagiert oder zieht die Leinwand durch die Farbe. Für den Künstler ist der kreative Prozess auch ein Interpretationsprozess, und für den Betrachter ist der Interpretationsprozess auch ein kreativer Prozess. Mit zunehemenden Grad an Abstraktion steigt die Anforderung an die Vorstellungskraft, die in unseren eigenen Erfahrungen und Konflikten wurzelt. Ergänzt wird die Ausstellung mit Exponaten aus dem Zyklus „Carpets of the Forgotten“. Kann man einen Teppich, der es gewohnt ist mit den Füßen getreten zu werden, als Leinwand benutzen? Dieser Frage nimmt sich Schmidhuber in seinem Werkzyklus „Carpets of the Forgotten“ an und stellt sich der Herausforderung: Er sublimiert „alte“ Teppiche zu einem Hochkulturgut und knüpft damit an die Tradition der Bildteppiche an. Sein Interesse an der Farbtheorie hat ihn dazu veranlasst mit licht- und pigmentbasierten Farbmodellen zu experiementieren und so leuchten die eigens entwickelten Farben bei Tag oder bei Nacht. Textfragmente wie „DIFFERENT DIRECTIONS“ ändern sich in die nächtliche Botschaft „FAITH“ (s.u.). Farbschüttungen der pollockschen Methodik folgend, bespielen den Teppich „all over“. Und der Teppich liegt am Ende wo er liegen muss: am Boden. Betreten erwünscht.

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